Brauer*in (m/w/d)

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Vom Malz zum frisch-gezapften Bier:
Der Beruf der Brauer*innen

Stop 20 in Weiher, Landkreis Bamberg
Als Brauerin/Mälzerin bei der Brauerei Kundmüller in Weiher

Der letzte Aufenthalt auf meiner Jobreise ist ein persönliches Highlight. Ich darf nämlich als Brauerin zur Brauerei Kundmüller und mir einen Tag die Aufgaben von Brauer*innen/Mälzer*innen anschauen. Nachdem das Brauen und Biertrinken ein bedeutender Teil der fränkischen Kultur ist und auch ich fränkisches Bier liebe, bin ich gespannt, ob der Beruf des*r Brauers*in für mich auch tatsächlich ein Traumjob ist. Los geht’s!

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1. Die Brauerei Kundmüller im Überblick

Die Brauerei Kundmüller ist ein familiengeführtes Traditionsunternehmen, das seine Wurzeln 1874 hat. Die Mitarbeiter*innen der Kundmüllers brauen mit viel Leidenschaft – inzwischen sogar über 25 verschiedene Sorten Bier. Darunter die traditionellen und beliebten Lager- und Kellerbiere sowie mehrere aus dem Raster fallende Craft Beers, für die die Brauerei in den letzten Jahren einige Auszeichnungen erhielt. Die Brauerei Kundmüller bietet neben Ausbildungsplätzen als Brauer*in/Mälzer*in auch unterschiedliche Jobs im Bereich Gastronomie und Lagerlogistik an.

2. Was macht ein*e Brauer*in/Mälzer*in überhaupt so?

Als Brauer*in/Mälzer*in bist du verantwortlich für:

  • Qualitätsprüfung von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen
  • Führen des Maisch- und Kochvorgangs durch Zeit-, Temperatur- und Mengenregelung
  • Prüfen von Klarheit und Konzentration der Würze
  • Durchführen von Wasseranalysen
  • Kontrollieren der Gärung und des Filtriervorgangs
  • Analysieren des Biers
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3. So war mein Tag als Brauerin bei der Brauerei Kundmüller

Schon beim Betreten des Brauereigeländes der Kundmüllers fällt mir der idyllische Brauerei-Biergarten ins Auge. Hier gönne ich mir heute nach meinem Tag als Brauerin bestimmt noch ein Feierabendbier.

In einem der kleineren Gästeräume im Gebäude begrüßen mich Claudia Kundmüller, die Frau einer der Geschäftsführer, und Braumeister Michael. Letzterer gibt mir heute einen Einblick in seinen Berufsalltag und ist schon sehr gespannt, wie ich mich wohl anstellen werde.

Ein Weiherer-Bier T-Shirt, Arbeitshose und Sicherheitsschuhe bekomme ich auch noch und los geht’s!

Ich folge Michael über das Gelände, vorbei an meterhochgestapelten Getränkekistenbergen und einem kleinen Fahrzeug mit der Aufschrift „Lieber Gott wir danken Dir, für bestes Oberfranken Bier!“. Ich muss schmunzeln, denn als kleiner Bier-Fan freue ich mich wirklich sehr auf den heutigen Job.

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Als Brauer*in muss man die verschiedenen Brauschritte, -zutaten und -rohstoffe genau kennen. Damit ich eine Vorstellung vom komplexen Prozess des Bierbrauens bekomme, erklärt mir Michael zunächst die einzelnen Stationen, angefangen im Sudhaus mit dem Schroten von Malz.

Anschließend wird eingemaischt, d. h. dass das geschrotete Malz im Maischbottich mit Wasser vermischt wird. So löst sich die im Malzschrot enthaltene Stärke auf – Freigesetzt werden Zucker, Eiweiß und Gerbstoffe. Durch diesen Prozess entsteht der Malzextrakt.

Im Läuterbottich wird im nächsten Schritt die Maische gefiltert. Dabei wird die Lösung (Würze) von den festen Stoffen getrennt.

Nun folgt das Kochen der Würze und auch der Hopfen kommt jetzt hinzu. Je mehr Hopfen verwendet wird, desto hopfenbetonter schmeckt auch das Bier.

Michael erklärt, dass Sorgfalt bei seiner Arbeit höchste Priorität hat, um die Rezepturen genauestens einzuhalten und den Brauprozess akkurat zu überwachen.

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Auf unserem Weg zu den großen Gärtanks treffen wir Azubi Sebastian. Er ist im 2. Lehrjahr und hat sichtlich Spaß an seiner Arbeit – und natürlich auch am Endprodukt, wie alle Mitarbeiter*innen hier.

Sebastian erklärt mir, dass eine gewisse Begeisterung für Bier schon essenziell ist, um diesen Job mit Leidenschaft machen zu können. Er selbst liebt Kellerbier und ganz besonders die Arbeit im Sudhaus. Außerdem ist er sich sicher, seinen Traumjob gefunden zu haben.

Im Gärungsprozess wird nun die Hefe zugesetzt. Dadurch wandelt sich der Malzzucker in Alkohol und Kohlensäure um. Je nach Hefetyp sind die Weiherer Biere meist zwischen vier und sieben Tage im Gärtank.

Ich merke, dass es in diesem Job nicht ausreicht, Bier zu mögen. Man muss sich auch mit den biochemischen Prozessen der Bierherstellung gründlich auseinandersetzen. Das lernt man zwar während der Ausbildung, Vorkenntnisse und Interesse an Chemie und Biologie sind allerdings von Vorteil.

Anschließend wird das Jungbier im Lagertank mehrere Wochen gelagert. Hier gärt das Bier nach, die letzten Hefereste und Eiweiß-Gerbstoffe sinken ab und das Getränk erhält seine charakteristische Bierfarbe.

„Es ist ein recht innovativer Beruf, man kann immer wieder neue Sorten machen […] und viel experimentieren“

Mittlerweile stellt die Brauerei Kundmüller über 25 verschiedene Biersorten her – Ein paar der Bierrezepturen stammen übrigens auch von Braumeister Michael selbst. Dass er sich hier bei Kundmüller brautechnisch auch selbst kreativ ausleben und ausprobieren darf, gefällt ihm an seinem Job besonders gut.

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Wir wandern zur vorletzten Station: das Füllzentrum. Ich stehe mitten drin, um mich herum läuft ein Band, auf dem die einzelnen Weiherer-Bierflaschen erst gesäubert, dann befüllt und zum Schluss noch etikettiert werden.

Die Brauer*innen, die hier arbeiten, kontrollieren und überwachen größtenteils die Maschinen. Die Magic passiert tatsächlich aus Maschinenhand und ich bin einfach nur beeindruckt von den Dimensionen und der Geschwindigkeit, in der hier gefüllt wird. Für mich ist es toll, sowas mal live zu sehen.

Den neusten „Brew“ probiert Michael übrigens täglich, um sicherzustellen, dass die Qualität gleichbleibend gut ist. Und auch das ein oder andere Feierabendbier mit den Braukolleg*innen ist aus Qualitätssicherungsgründen natürlich Standard. 😉

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Zum Schluss geht es noch durchs Lager der Kundmüllers. Hier stehen etwa 16.000 Bierkästen – darunter das beliebte Landbier, Kellerbier, Urstöffla, Pils, Weizen sowie sämtliche Craft Beers, für die die Brauerei Kundmüller in den vergangenen Jahren eine Vielzahl an Auszeichnungen erhalten hat.

Mit dem Gabelstapler werden die Kästen hier von A nach B transportiert – Ebenfalls eine Aufgabe, die die Brauer*innen beherrschen müssen. Aber auch wenn heute viele Arbeiten in der Brauerei mithilfe von Maschinen getätigt werden, so ist körperliche Belastbarkeit trotzdem von großem Nutzen.

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Obwohl ich schon den ganzen Tag mit Bier zu tun hatte, sehne ich mich jetzt richtig nach meinem wohlverdienten Feierabendbierchen im Biergarten der Kundmüllers. Zusammen mit Michael gönne ich mir ein Helles, Michael hat sich für ein Glas von seinem Summer Ale entschieden.

Wer Leidenschaft für die Herstellung und den Geschmack von Bier mitbringt, zudem die Arbeit an und mit Maschinen nicht scheut und vielleicht, wie Michael früher, schon immer davon geträumt hat, eines Tages einen eigenen Brew herzustellen, für den ist der Beruf Brauer*in sicherlich eine absolute Traumjobwahl.

Mein Highlight des Traumjob-Tages:
Die Füll-Station & das eiskalte gezapfte Feierabend-Bier im Biergarten 🙂

4. Der Traumjob-Check

Für wen ist der Job die richtige Ausfahrt?
Dieser Job ist für dich geeignet, wenn du Lust auf einen aktiven Job ohne große Büroarbeit hast, gerne an großen Maschinen arbeiten möchtest und natürlich viel Leidenschaft für den Geschmack und die Herstellung von Bier mitbringst.

Welche Stärken gehören in den Traumjob-Koffer?

  • Sorgfältige Arbeitsweise

  • Hohes Verantwortungsbewusstsein

  • Ausgeprägtes Sauberkeits- und Hygienebewusstsein

  • Grundkenntnisse & Interesse an Mathematik, Biologie und Chemie

Welches Ticket brauchst du, um hier zu landen?

  • Ausbildung zum*r Brauer*in/Mälzer*in

Wohin kann die Reise von hieraus noch weitergehen?

  • Weiterbildung zum*r Brauer- und Mälzermeister*in oder Betriebsbraumeister*in

  • Anschließendes Studium, z. B. Lebensmitteltechnologie, Ernährungswissenschaft oder Brauerei- und Getränketechnologie

  • Lehrgang zum*r Bier-Sommelier

Diese Herausforderungen könnten dir bei deinem Aufenthalt begegnen:

  • Teilweise starke Temperaturwechsel in den verschiedenen Gebäuden

  • Der (ständige) Geruch von Bier in der Nase

  • Teilweise körperliche Anstrengung

  • Teilweise Lärm

Welche Highlights gibt es in diesem Traumjob zu entdecken?

  • Du arbeitest in einem spannenden Arbeitsumfeld und hast jeden Tag mit deinem Lieblingsgetränk zutun – perfekt für dich als Bierliebhaber*in! 😊

  • Je nach Betrieb hast du Entfaltungsmöglichkeiten, um z. B. deine eigenen Bierrezepte zu kreieren

  • Du hast eine abwechslungsreiche Arbeit

  • Du bekommst sicherlich viel kostenloses Bier 😊

5. Das Video zum Job-Stop
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2021-12-16T09:16:19+01:00
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