Gärtner*in (m/w/d)

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Zwischen Tomaten, Kurkuma
und Süßholzwurzel – der Joballtag
von Gärtner*innen

Stop 16 in Bamberg Stadt
Als Gärtnerin bei der Gärtnerei Niedermaier in Bamberg

Im Herzen der Bamberger Gärtnerstadt, die auch Teil des UNESCO Weltkulturerbes Bamberg ist, darf ich heute als Gärtnerin meinen grünen Daumen unter Beweis stellen, und zwar in der Gärtnerei Niedermaier. Inhaber Sebastian wird mir einen Einblick in seinen Berufsalltag geben und mir erklären, auf was es beim Gärtnern eigentlich ankommt.

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1. Die Gärtnerei Niedermaier im Überblick

Bereits seit über elf Generationen ist die Familie Niedermaier aktiv im Bamberger Gärtnerstand. 2010 übernahm Sebastian Niedermaier den Betrieb seines Vaters und stellte ihn auf Bioland-Anbau um. Zusätzlich baut er Gemüse und Obst direkt bei sich in der Gärtnerei an – im Herzen der Gärtnerstadt – und verkauft dieses frisch über einen Hofladen an die Kund*innen in Bamberg. Inzwischen produziert Sebastian Niedermaier zusammen mit seiner Familie und einem kleinen Team ca. 60 verschiedene Gemüsesorten. Er beliefert ein paar lokale Gastronomiebetriebe und bietet zudem eine Abokiste „Niedermaier’s Kistla“ mit saisonalen und regionalen Leckerbissen an.

2. Was macht ein*e Gärtner*in überhaupt so?

Je nach Fachrichtung variieren die typischen Aufgaben ein bisschen & du bist verantwortlich für:

  • Bau, Pflege, Sanierung und Bepflanzung von Außen- bzw. Grünanlagen
  • Säuberung und Kontrolle von Unkraut
  • Je nach Betrieb Pflanzenschutz mittels Unkrautvernichtern, Düngern oder biologischen Mitteln
  • Betrieb und Wartung der Bewässerungsanlagen
  • Bodenbearbeitung
  • Aussaat, Kultur und Setzen von Blumen und Pflanzen
  • Vornehmen bedarfsgerechter Pflegemaßnahmen
  • Ernte, Verpackung und Vermarktung von Erzeugnissen
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3. So war mein Tag als Gärtnerin bei der Gärtnerei Niedermaier

Ganz unscheinbar, mitten in einem Wohnviertel in Bamberg gelegen: die Gärtnerei Niedermaier! Im Beet stehend und mich freudig begrüßend: Inhaber und Gärtnermeister Sebastian.

Er wird mir heute den Beruf der Gärtner*innen ein wenig näherbringen. Einen besonders grünen Daumen habe ich bisher nicht – Vielleicht wird sich das nach diesem Tag ja ändern?

Wir beginnen in seinem Gewächshaus. Hier bauen Sebastian und seine Mitarbeiter*innen größtenteils Tomaten an – und zwar ganze 17 verschiedene Sorten!

Tomaten sind ja auch bei Hobbygärtner*innen ein beliebtes Gemüse – Sebastian kennt allerdings die besten Tricks, um Ertrag, Geschmack und Widerstandsfähigkeit der Tomaten zu fördern. Das richtige Entfernen der Tomatenblätter, das Düngen (rein biologisch) und die Benutzung von Rankhilfen spielen beispielsweise eine essenzielle Rolle im Tomatenanbau. Stolz zeigt mir Sebastian seine Lieblingssorten und ich darf natürlich die ein oder andere Qualitätskontrolle durchführen und probieren. :)

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Neben Tomaten wachsen im Gewächshaus u. a. noch mehrere Gurkensorten sowie Kräuter, wie beispielsweise Basilikum. Umgeben von Pflanzen, frischem Gemüse und lecker-duftenden Kräutern – das klingt für mich nach einem super meditativen und friedlichen Arbeitsklima. Aber gibt es auch einen Haken?

Sebastian erklärt mir, dass man in diesem Beruf immer mit dem Licht arbeitet. Somit ist der Sommer wesentlich arbeitsintensiver als der Winter. Auch an Wochenenden müssen Gärtner*innen aufs Feld und ins Beet. Die Pflanzen machen keinen Urlaub und bei schnellwachsendem Gemüse oder Unkraut kann die Arbeit auch nicht einfach mal einen Tag liegen bleiben. Morgens um fünf Uhr legt Sebastian los und arbeitet so gut wie den ganzen Tag draußen. Abends folgen dann noch To-Dos am PC und ein paar organisatorische bzw. kaufmännische Aufgaben.

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Draußen vor dem Gewächshaus treffen wir die Gärtnerei-Katze „Shobby“, die uns von nun an auf der Tour durch die Gärtnerei begleitet. Draußen bauen Sebastian und sein Team Rettich an, genauso wie Honigmelone. Weiter hinten wird es mit Ingwer und Kurkuma sogar noch exotischer.

Sebastian stellt mir begeistert jedes Gemüse vor, das er in den Beeten anbaut. Besonders gerne verspeist er übrigens Blumenkohl, Kohlrabi und Brokkoli – Für mich etwas ungewöhnlich ;) Deutlich wird: Gärtnern ist seine absolute Leidenschaft.

„Wenn du siehst wie die Arbeit wächst, ist das einfach erfüllend“

Allerdings braucht es neben großem Interesse an der Pflanzenwelt noch eine Menge anderer Qualitäten, die man für diesen Beruf mitbringen sollte: Disziplin, Verantwortungsbewusstsein, Sorgfalt und ein wenig Wetterfestigkeit sind Voraussetzung.

Es fängt an zu regnen und auf dem Programm steht das Ausgraben einer Süßholzwurzel. Für mich wird es also Zeit, zu zeigen, dass ich wetterfest und in der Lage bin, mit dem Spaten umzugehen.

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Das „Bamberger Süßholz“ wird seit hunderten von Jahren in der Stadt angebaut und hat daher eine besondere Bedeutung für die lokalen Gärtnereien.

Die Pflanze besitzt eine gelbe, holzige Wurzel, die ausgedehnte unterirdische Ausläufer bildet. Diese enthalten sehr gesunde Inhaltsstoffe, wirken entzündungshemmend und sind förderlich bei Erkältungen. Häufig findet man Süßholzwurzel in Tees oder Arzneimitteln.

Im Süßholzbeet von Sebastian graben wir ca. 50 cm tief, bis wir den ersten Wurzelausläufer finden.

Sebastian lobt mich, weil die von mir gefundene Wurzel ziemlich groß ist. 😉 Nächste Challenge: Die Wurzel so auszugraben und abzuschneiden, dass sie nicht verletzt wird. Mit den Händen lege ich die Wurzel frei und schneide sie unter Aufsicht meines Mentors von der Pflanze ab. Fertig!

Jetzt schneidet uns Sebastian zum Probieren noch ein Stück der Wurzel ab und erklärt mir, wie sich der Geschmack von Süßholz zusammensetzt. Ich habe davor noch nie bewusst Süßholz geschmeckt. Die extreme Süße der Wurzel überrascht mich daher schon etwas.

Für Sebastian ist es erfüllend zu sehen, „wie die Arbeit wächst“ und wie happy er seine Kund*innen machen kann – Das sind seine persönlichen Hauptmotivatoren, weshalb er seinen Job so liebt und sich auch jedes Mal aufs Neue dafür entscheiden würde.

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Mein Highlight des Traumjob-Tages:
Eine große Süßholzwurzel finden, ausgraben und probieren.

4. Der Traumjob-Check

Für wen ist der Job die richtige Ausfahrt?
Dieser Job ist die perfekte Wahl, wenn du gerne nachhaltig und an der frischen Luft arbeitest, einen grünen Daumen hast und ein*e absolute*r Naturliebhaber*in bist.

Welche Stärken gehören in den Traumjob-Koffer?

  • Handwerklich-technisches Geschick

  • Sorgfalt & Genauigkeit

  • Gespür für Ästhetik

  • Kreativität

  • Interesse an Pflanzen

  • Körperliche Belastbarkeit

  • Wetterfestigkeit

Welches Ticket brauchst du, um hier zu landen?

  • Ausbildung zum*r Gärtner*in in einer der sieben Fachrichtungen (Baumschule, Friedhofsgärtnerei, Garten- und Landschaftsbau, Gemüsebau, Obstbau, Staudengärtnerei, Zierpflanzenbau)

Wohin kann die Reise von hieraus noch weitergehen?

  • Weiterbildung zum*r Fachagrarwirt*in

  • Weiterbildung zum*r Gärtnermeister*in

  • Fortbildung zum*r Techniker*in Gartenbau

  • Aufbauendes Studium im Bereich Gartenbau oder Landschaftsarchitektur

Diese Herausforderungen könnten dir bei deinem Aufenthalt begegnen:

  • Schmutzig werden von der Erde

  • Vor allem im Sommer lange Arbeitstage

  • Wechselnde Wetterbedingungen (Kälte, Regen, Schnee, Hitze)

  • Körperliche Anstrengung

Welche Highlights gibt es in diesem Traumjob zu entdecken?

  • Du siehst Tag für Tag wie deine Arbeit wächst – von kleinem Saatkorn bis zur erntereifen Pflanze und deren Früchte

  • Du arbeitest jeden Tag an der frischen Luft und bist umgeben von Pflanzen – „Green-Therapy“ ist für dich selbstverständlich

  • Mit deiner Arbeit leistest du einen bedeutenden Beitrag zur regionalen und nachhaltigen Versorgung

5. Das Video zum Job-Stop
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2023-05-03T12:50:05+02:00
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